Also eigentlich in kobalt's Wohnung. Dieses Wochenende habe ich endlich mal wieder Ritchy entführt und zu kobalt verschleppt.
Sonst hängt der Hundi eher faul unten bei meinen Eltern ab und ich sehe ihn nicht so oft und kann nicht so viel berichten. Aber - hey - wenn ich ihn schon mal so lange sehe, gibt's bestimmt was zu berichten. Ich schreib einfach mal drauf los. ;-)

Den Hundi und die drei Tonnen Krimskrams, die er so braucht, also ins Auto eingeladen, die Musik leiser gedreht und schwupp waren wir auch schon bei Britta. Ist nicht das erste Mal, also weiß ich, den Hundi anleinen, wenn wir aus'm Auto sind, sonst ist der erste Busch im Garten (der Nebenmieter) seiner. Wäre jetzt nicht schlimm drum, der sieht eh so aus, als wenn täglich 20 Hunde über'n Zaun hüpfen und ihn gießen würden. Aber egal, es geht ums Prinzip. Dieses Mal konnte er dem Busch also nur sehnsüchtig zu winken. Ist ja aber auch egal, er ist gerade eh viel zu aufgeregt und neugierig um solchen Lappalien nachzutrauern. Haustür auf, Ritchy weiß schon, dass es die Treppe nach oben geht. Da hat Britta natürlich schon die Tür aufgemacht und steht in freudiger Erwartung an der Tür und hofft auf eine nette ausführliche Begrüßung vom kleinen Arschloch. Aber nix da! Ritchy hat wichtigeres zu tun, ein kleiner Stupser signalisiert "Tach, schön dass du auch hier bist, ich muss mich hier mal umgucken." Gestupst, getan, der Hund fängt gleich an die Bude zu inspizieren.
Das ist aber normal, war schon immer so. Einmal Arschlochhund, immer Arschlochhund. Nervös werden seine alten Trampelpfade in der Bude zu neuem Leben erweckt. Das kann dann so über Stunden gehen, bis die Müdigkeit die Nervosität überwiegt und er beschließt, dass er jetzt mal schlafen muss. Aber nix da, nervös sein kann er auch im Auto - der Einkauf muss noch her. Den Hundi also wieder in mein Auto und los zum Einkaufen. Nach kurzer Überlegung beschließen wir, der Hund ist jetzt ja schon groß und wir gehen dies Mal beide zusammen einkaufen. Sonst hab ich immer mit dem Fellknäuel im Auto auf Britta gewartet, so konnte man kontrolliert den Schaden an Ritchy's Seele und meiner Innenausstattung in Grenzen halten. Aber dies Mal nicht - Fenster einen Spalt auf, "Tschüss Ritchy" und weg. 0,2 Sekunden nach dem Knall der Autotür hatte die Töle aber auch schon realisiert, dass er gleich, voll langweilig, alleine im Auto warten muss und fing an zu zeigen, wie viel Laut in so wenig Hund steckt. Natürlich vom Fahrersitz aus. Jetzt nur nicht einknicken, nicht auf die Blicke der Passanten reagieren und direkt zu den Einkaufswagen. Aber irgend wie legte sich bei mir während des Einkaufens nicht das Bedürfnis, wieder schnellstmöglich den, wahrscheinlich schon schrottreifen, Innenraum meines Autos in Augenschein zu nehmen. War aber zum Glück gar nicht so schlimm. Es waren sogar noch alle Scheiben im Auto, die Bellexplosion konnte also nicht allzu lange angehalten haben. Das wir begrüßt worden als wenn einer wir beide gerade von den Toten auferstanden wäre, muss ich wohl gar nicht erst schreiben.
Wieder nach Hause. Ritchy's Traum endlich nervös durch die Bude zu rennen löste sich aber jäh in Luft auf. "Ritchy, komm, Gassizeit!". Hätte er eigentlich gleich merken müssen, als wir ihm das Geschirr nicht abgenommen haben... Seit Britta und ich das Geocachen angefangen haben, sind wir eigentlich ganz gut zu Fuß, alles innerhalb der Ortschilder wird zu Fuß erledigt. Und da wir eh noch was bei Brittas Eltern abholen wollen, kann man da ja mal kurz eben zu Fuß vorbei gucken. Der Hundi will ja auch ein wenig was zum Schnüffeln haben, also wird die Tour kurz eben über das nächste etwas abgelegene Dorf geplant. Und wenn man da eh schon von da hinten kommt, kann man auch gleich noch zum Icedealer und ein Milkshake abgreifen. Zusammenfassung: die Tour wird etwas länger, aber ist kein Ding. Also für uns.
Nach dem ersten Kilometer (oder noch nicht mal) wird der Hund immer langsamer. Hier schnüffeln, da schüffeln, dahinten sieht's auch noch so interessant aus. "Alter nun komm endlich, du versaust uns den Schnitt!". Beim Agility ist er ja eine kleine Rennrakete, da kommste kaum hinter her. Aber so auf 'ner normalen Runde, stinkenlahm. Nicht auszuhalten. Britta hatte schon die Befürchtung, wir müssten umdrehen, bevor wir das kleine Dorf erreicht haben. Aber irgend wie haben wir's dann doch tatsächlich geschafft und hielten endlich unser Milkshake in der Hand.

Zu Brittas Eltern am Ratsteich vorbei. Ich weiß nicht warum, aber ich will den Hundi immer noch dazu bringen mal baden zu gehen. Unter diesem Fellpullover muss es doch tierisch warm sein. Da muss man sich doch mal abkühlen wollen. Aber selbst Regen gleicht wohl einer Feuertaufe. Und dies Mal war ich ganz geschickt: Ein Leckerli ins Wasser geschmissen, der Hundi holt es sich, sicher und trocken, vom Ufer aus. Aber Moment mal, da, ein Stück weiter, da schwimmt ja noch eins. Die Pfoten stehen im Wasser. Hui, so weit traut er sich sonst nie. Aber dabei blieb es auch. Weiter rein wollte er auf's Verhungern nicht. Hab ihr schon mal 'nen Köter etwas aus dem Wasser fischen sehen? Zu Goldig! So wie die Nase unter Wasser ist, atmen die Viecher aus und es blubbert. Wer's nicht kennt - ausprobieren! Herrlich! Ritchy hat dabei aber wohl mehr Wasser als Leckerli geschluckt.
Zu Hause auf Brittas Befehl draußen die Pfoten geduscht (irgend was von nass und Mullersand und Deck, hab nicht so genau zugehört und es nicht verstanden...). Die erwartete Gegenwehr blieb vor Erschöpfung aus. Auch seine bis Dato immer wieder verschobene Wohnungsbesichtigung wurde weiter aufgeschoben. Er und sein Körbchen waren für den Rest des Tages die besten, unzertrennlichen, Freunde.
Nächster Tag: Britta steht wie immer viel zu früh auf. Ich stelle mich tot. Dann macht sie eine kurze Runde mit Ritchy und ich kann noch länger pennen. Als Erstes höre ich dann immer das Geklimper von seinem Geschirr gefolgt von "Huch! So gehörst du aber nicht da rein". Ich liege im Bett, muss mir das Lachen verkneifen und stelle mir den Hundeyogi bei seinen Yogaübungen mit Zuhilfenahme des Geschirrs vor. Wie ich später erfahren habe, sind die beiden sich aber dieses Mal nicht über die Länge des Spazierganges einig geworden: Nach 150m und drei Mal Beinheben saß der kleine Pascha felsenfest mit seinen 8kg auf dem Hintern. Britta hat es wohl dann noch während der Verhandlungen geschafft die Tour auf 165m Länge zu zerren, danach aber aufgegeben. So nötig musste er dann wohl doch nicht. Oder - was auch angeht - das Geschirr saß immer noch nicht korrekt an der Mimose und er ist die ganze Zeit nur auf drei Beinen gehüpft. Kann ich aber nicht mit Bestimmtheit sagen - alles Spekulation.
Die Brötchenrunde hatten der Hundi und ich auch schon mal schneller hinter uns. Vielleicht hat er ein kleines Bisschen Muskelkater? Ich weiß nicht, ob meine Eltern das schon geahnt hatten oder warum auch immer: Ich hatte eine Flasche Schmerzmittel mitbekommen. 'ne halbe Dosis rein in den Patienten - heute geht's zum Geocaching! Wir haben noch ein wenig gesurft und so vorbereitet, was Geocacher-Pflaumen äh - Profis wie wir so vorbereiten müssen. In der Zwischenzeit guckte sich Ritchy mal die eine Stelle vom Teppich mit dem rechten Auge mal gaaanz genau an. Um keine ablenkenden Eindrücke vom dem linken Auge wahrzunehmen drückte er dieses besser gaaaanz fest zu.
Dann aber Aufbruch zum Geocachen, natürlich - genau - zu Fuß. Mit dem Auto von Tupperdose zu Tupperdose überlassen wir Anderen. Dem Hundi wäre das aber wohl genau sein Ding gewesen, er hätte uns dann vom Rücksitz aus zugewunken. An jeder dritten Ecke blieb er, wie ein Esel, stehen und setzte seinen Das-Ist-Nicht-Euer-Erst-Blick auf. Aber bevor sich der Feigling verläuft, lieber schnell mit um die Ecke kommen, sonst sind die Beiden weg. Die Geschwindigkeit - ging so - unser Geocachermeter bescheinigte uns nachher, dass wir 1 km/h langsamer waren als sonst. Dabei hatte ich schon zum Schluss schon getrickst. Beschäftigt man den Kleinen ist er etwas schneller. Bei Fuß gehen, mit Leckerli winken, ihn dabei bellen oder Kreise drehen lassen oder ihn Absetzen und etwas später rufen - dann läuft der sogar mal. Kannste nur nicht die ganzen zweieinhalb Stunden machen, dann brauchst'e ja 'n zweiten Rucksack für seine Fressalien und Ersatz für den Mund den du dir fusselig geredet hast.
Offroad ist auch nicht so sein Ding. Die letzten Meter zum Cache können schon mal ein wenig durch die Wicken sein. Aber das will ich ihm gar nicht verdenken. Die in seinem Schmerzgedächtnis abgespeicherten Gefühle für "Brombeeren verhaken sich unter mir" (Er=Rüde!) möchte ich mir nicht vorstellen. Aber erst ist ja klein und handlich, fehlt eigentlich nur noch der Griff. Zum Schluss war er dann doch so mutig und kroch mit mir unter die Bücke. Ob er schon vorher den Vorsatz hatte oder dann nur die Gelegenheit beim Schopfe gepackt hat, weiß ich nicht. Ich kam jedenfalls frisch gehundeduscht wieder unter der Brücke heraus. Den Rest des zweiten Tages hat man vom Hundi auch nicht mehr viel wahrgenommen. Dabei waren das nur läppische 9,5 km... ;-)
Heute Morgen ging's nach 'ner kurzen Runde wieder zurück in sein gewohntes Habitat. Jetzt liegt er nach kurzem nervösen Trampfelpfading und Essensuching geschafft aber glücklich in einer seiner Stammecken. Und du (ja du!) bekommst jetzt von mir den Viel-Leser-Orden! ;-)



Sonntagmorgen: Das Geschirr sitzt! Kein Humpeln oder so, reine Faulheit.
Ansonsten war das ein ruhiges WE. Vom Hund nicht viel gesehen. Entweder trödelte er hinter uns oder er lag erschöpft in seinem Bettchen.
Na dann glaub ich dir das mal. Faulheit ist auch am wahrscheinlichsten.
Man riecht den Hundi auch mehr als das man ihn sieht...
Kommentar hinzufügen