Puh ist das warm. Im Fernsehen erzählen sie was davon dass Wursthausen dieses Jahr vielleicht den Hitzerekord Kohlstadt bricht und Züge sind dabei eine neue Methode zu entdecken Menschen zu töten.
Aber was soll der der Hundi sagen? Wir haben es da ja vergleichsweise einfach, schwupp, Klamotten aus und gut ist. Wir haben kein Fell (jaaa, gut, einige Ausnahmen...), dass immer dran bleibt und unter dem Temperaturen herrschen, dass eigentlich nur noch die Masse zur kalten Kernfusion fehlt.

Aber kobalt hat mir gestern einen Trick verraten, den ich auch gleich umgesetzt habe. Damit wenigstens mein Hundi ein wenig Abkühlung bekommt.
Eigentlich ziemlich einfach, aber... man muss erst mal drauf kommen. Vor allem bei diesen Temperaturen, wo man mehr damit beschäftigt ist zu schwitzen als zu atmen. Ich glaube sogar meine Rechner schwitzen, das Einzige das vor einem Kurzschluss rettet ist die Tatsache, dass die Feuchtigkeit gleich wieder verdunstet. Aber ich komm' vom Thema ab. (Ja, ich gebe zu, das war der Plan, der Blog soll ja auch nicht zu kurz werden).
Also, wie gesagt, ganz einfach. Einfach ein T-Shirt nass machen und dem Hundi überstülpen. Den Rest erledigt die bei der Verdunstung entstehende Kälte.
Hört sich super an, nicht war? Genau, fand ich auch. Zack, ein altes T-Shirt aus dem Schrank geholt. (Das war eigentlich dazu verurteilt während des Sports an mir zu haften und damit die bestimmt größten Qualen meines Mikrokosmoses zu ertragen und war damit für Experimente genau das Richtige.) Dieses in Wasser getaucht, ausgewrungen, festgestellt, dass so ein T-Shirt mehr Wasser aufnehmen kann als man denkt und in der Mitte immer noch trocken ist, dann noch mal richtig ertränkt und noch mal ausgequetscht. Währenddessen macht man sich schon Gedanken, wie man das Meisterwerk vollbringt und das Ding dem eh schon angepissten Köter überstülpt und der das Teil so lange an/umbehält, dass der erwünschte Effekt eintritt und dies das Erbsenhirn auch noch bemerkt.
Den Hund zu rufen war einfach. Im Sitzen das T-Shirt erst mal über ihn 'rüber zu bekommen auch. Nur dann geht das Pfotensortieren los, davon hat der eh so viele. Durch den Ausschnitt zwischen T-Shirt und mies drein guckenden Hund gegriffen und den rechten Vorderlauf durch einen Ärmel geschoben, die Hand wieder heraus gezogen um das großartige Ergebnis meines Kunststückes zu bewundern, die Hand wieder versenkt und das zweite Pfötchen durch den anderen Ärmel gefädelt. Dabei rutscht das Erste natürlich wieder raus. Wiederholt man das Spielchen aber beharrlich gibt irgend wann das T-Shirt und/oder der Hund auf und beide Vorderpfoten schauen unten aus dem T-Shirt.
Nun ist es an der Zeit den traumatisierten Hundi aufstehen und sich an die neue Situation gewöhnen zu lassen. Aber kaum stand der Zwerg, wurde ich daran erinnert, dass einige meiner Sport-T-Shirts sogar für mich ein wenig groß und weit sind. (Eigentlich trage ich ja lieber T-Shirts vom Typ Presswurst, aber ich bin viel zu geizig um so eins im Namen der experimentelle Kriegsführung zu opfern). So stand er nun da, von den Vorderpfoten sah man nicht mehr viel und der hintere Teil des Shirts sah auch so aus, als wenn er locker für uns beide reichen würde.
Egal, muss ja. "Komm Ritchy, zeig dich mal bei denen da unten" - ich also die Treppe runter, der Hund nach bestem Wissen und Gewissen mir nach. Aber nach Stufe Nummer 2 wollte die erste Vorderpfote schon durch den Ausschnitt auf die nächste Treppenstufe aufsetzen. Den Rest der Treppe habe ich ihn dann lieber getragen. Aber vielleicht klappt es ja parterre, die Hoffnung nicht aufgeben, bei der Hundeerziehung muss man durchhalten, wenn ich ihm jetzt das Ding wieder ausziehe, stellt er sich das nächste Mal schon tot, wenn er auch nur sieht, dass ich mir selbst ein T-Shirt anziehen will.
Aber auch auf ebener Fläche wurde es nicht besser. Das Experiment Knoten gegen Umfang scheiterte dann auch an der kleinsten vom, doch so langsam kühler und agiler werdenden, Hundi eingebrachten kinetischen Energie. Version 2 basierte dann auf Wäscheklammern und hielt. Ja! Strike!
Zu erst wollte mein Proband sich aber weder hinlegen noch wirklich laufen. Sein Ziel war es eher ein wenig Mitleid bei meiner Mutter zu erheischen. Aber die fand die Idee eigentlich auch nicht so schlecht. Also musste Ritchy da wohl durch. Ein paar Leckerlis zur Belohnung gab's natürlich auch noch. Und mit der Zeit gewöhnte er sich auch tatsächlich daran. (An's Shirt, das mit den Leckerlis kennt er schon viel zu gut) Nach zehn Minuten musste ich sogar einen Versuch unterbinden mit meinem schönen Versuchsshirt durch die Wicken zu ballern um sein Gartenterritorium zu verteidigen.
Dann hatte mein Vater sogar noch einen zum Toppen. Als abschließende Belohnung gab's dann sogar noch mehr Kälte in Form von selbst gemachten Hundewassereis - Wasser mit dem Hauch von Dosenfutter im festen Aggregatzustand. Hundelecker! Allerdings wollte der ungeduldige Hundi an die kleinen Fleischstückchen im Eis und fing lustig mit den Vorderzähnen an am Eis zu knabern.

Was soll ich noch sagen? Experiment geglückt, Patient - zum Glück - weder erfroren noch ertrunken. Den Abend wurde noch nicht mal mehr gehechelt. Wie das T-Shirt heute aussieht (und riecht) habe ich lieber noch nicht getestet. Es war auch übrigens ziemlich schwer ein Foto mit Hecheln zu finden, äußerst photogen der Kleine, lächelt immer.


Ich kann mir nicht helfen, auf dem zweiten Foto sieht er irgendwie gequält aus. Aber wenn es dann auch noch Hundeeis gab, war die Welt bestimmt wieder in Ordnung und er hatte schon vergessen, dass er normalerweise nackig geht.
Weil er's ist? Ich befürchte selbst beim Eis wusste er, dass was anders ist. Aber das Eis war wichtiger und wenn die eh keine Ruhe geben, muss man sich halt damit abfinden. Aber schön kühl war's ja trotzdem. ;-)
Eis ist bestimmt komisch für Hundizähne
Wenn es mit dem T-Shirt nicht so richtig klappen will, mach folgendes:
Den Hund in große, nasse Handtücher wickeln. Die werden dann mit Spanngurten so festgeschnallt, dass sie nicht wegrutschen. Koffergurte gehen auch. Wenn man unter die Spanngurte eine Flasche einspannt, kann man wie beim Molotov-Cocktail einen Zipfel des Handtuches in die Flasche stecken. Dadurch wird automatisch nachgefeuchtet und die Verdunstungskälte wirkt tagelang.
Ah, so was mit Handtüchern hatten meine Eltern auch vor. Aber ihre Idee war leider nicht nicht ganz so weit gereift wie deine. Bei dem kleinen Hundi braucht man zum Glück nicht so viele Spanngurte. ;-)
Heute lohnt sich das auch gar nicht. Eigentlich schlecht, so gewöhnt er sich nie dran.
Ich finde die Idee super. Und dann diese Flitschgurte nehmen. Kreuz und quer von vorne links mit verdrehen hinten rechts an der dritten rechten Rippe einhaken.
Also das erklärst du aber dem Hundi und 'ne Zeichnung will ich dann vorher auch haben, wo welcher Flitschi hingehört!
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